Neue Pflichten zur Kennzeichnung des Energieverbrauchs

Am 1. August ist die neue Energiekennzeichnungsverordnung in Kraft getreten. Einige Bestimmungen entfalten ihre Wirkung unmittelbar ohne Übergangsfrist. Auch die Energiehandwerke müssen sich darauf einstellen.

Energiehandwerksunternehmen sind, sofern sie von der Kennzeichnungspflicht betroffene Produkte anbieten, in aller Regel „Händler“ im Sinne der Energiekennzeichnungsverordnung. Für sie gelten ab sofort einige Neuerungen zu der bisher bekannten Kennzeichnungspflicht: Auf allen Werbemitteln muss neben der Energieeffizienzklasse der Produktes nun auch das Spektrum der Effizienzklasse angegeben werden. Macht der Betrieb in einer Broschüre beispielsweise Werbung für eine Leuchte mit der Energieeffizienzklasse A++, muss er nun zusätzlich angeben, dass die Skala in diesem Fall von A++ bis E reicht.

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) empfiehlt den Betrieben, alle Werbemittel zu überprüfen und entsprechend anzupassen. Sofern sie Werbemittel von Dritten einsetzen, zum Beispiel von den Herstellern der Produkte, sollten diese aufgefordert werden, ihnen angepasste Werbemittel zur Verfügung zu stellen. Grundsätzlich sind die Hersteller gegenüber den Händlern verpflichtet, das Produkt nebst korrektem Energielabel und einem Informationsblatt in gedruckter Form zur Verfügung zu stellen.

Ebenso wie andere Spitzenverbänden mahnt der ZVEH die fehlende Praxistauglichkeit der neuen Regelungen an. Trotz intensiven Engagements zahlreicher Verbände in der Interessenvertretung sah der Gesetzgeber jedoch nicht die Notwendigkeit, diese Regelungen mit einer Übergangsfrist zu versehen, um den Betrieben die Umstellung zu erleichtern. Erreicht werden konnte allerdings, dass im Falle einer falschen Auszeichnung des Energieverbrauchs kein besonderes Gewährleistungsrecht greift, wie es das EU-Parlament zunächst gefordert hatte.

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch die bisher üblichen Plusklassen (zum Beispiel A+++-Label) durch neue Label ersetzt werden, die ohne Plus-Zusätze von A bis G reichen. Zu diesem so genannten „Re-Scaling“ beziehungsweise „Re-Labeling“ ergeben sich aktuell für die Energiehandwerksunternehmen allerdings noch keine Pflichten.

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